Zur zeitgemäßen und evidenzbasierten Diagnostik von Infektionen der Gelenke (vor allem bei Kunstgelenken) gehört seit einigen Jahren ein Ansatz, der eine Betrachtung mehrerer Materialien und die Nutzung verschiedener diagnostischer Methoden beinhaltet:
- Gelenkpunktion (prä- und intraoperativ) mit
- automatisierter Leukozytenzählung des Punktats,
- Bestimmung des Anteils neutrophiler Granulozyten im Punktat,
- aerober und anaerober Kulturen des Punktats,
- Bestimmung des CRP aus Serum,
- Histopathologische Untersuchung mehrerer intraoperativer Biopsien,
- aerobe und anaerobe Kulturen mehrerer intraoperativer Biopsien und
- aerobe und anaerobe Kultur der Sonikationsflüssigkeit explantierter Prothesen.
Die mikroskopische Untersuchung von Punktaten hat eine sehr geringe Sensitivität und gilt daher als nicht obligat.
Die Untersuchung von Gewebematerialien, Punktaten oder Sonikationsflüssigkeiten mittels generischer PCR und nachfolgender Sequenzierung kann die o. g. Methoden inhaltlich unterstützen, wird aber in europäischen Leitlinien nicht als Standard empfohlen.