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Indikation Therapeutisches Drugmonitoring (TDM)
Material
Einheit µg/ml
Hinweise Vancomycin ist ein trizyklisches Glykopeptid, das die Zellwandsynthese bei grampositiven Bakterien hemmt. Es ist als intravenöse Galenik indiziert zur Behandlung von komplizierten Haut- und Weichgewebsinfektio… MehrVancomycin ist ein trizyklisches Glykopeptid, das die Zellwandsynthese bei grampositiven Bakterien hemmt. Es ist als intravenöse Galenik indiziert zur Behandlung von komplizierten Haut- und Weichgewebsinfektionen (cSSTI), Infektionen der Knochen und Gelenke, ambulanter und im Krankenhaus erworbener Pneumonie (CAP/HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP), infektiöser Endokarditis, und zur Behandlung einer Bakteriämie, die mit einer der bisher genannten Infektionen assoziiert ist.
Die Überwachung des Spiegels von Vancomycin dient zur Sicherstellung der klinischen Wirksamkeit sowie zur Begrenzung potenziell dosisabhängiger schwerwiegender Nebenwirkungen wie Nephro- und Ototoxizität. Die Halbwertszeit beträgt 4 bis 6 Stunden bei normaler Nierenfunktion. Es besteht keine absolute Relation zwischen Talspiegeln und toxischen Effekten, generell sollte ein Spiegel jedoch 80 mg/L keinesfalls überschreiten.

Für Erwachsene wird eine Initialdosis von 20 bis 35 mg/kg KG, nach 12 h gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 15 bis 20 mg/kg KG alle 8 bis 12 h (nicht mehr als 2 g pro Dosis, langsame Infusion über > 60 Minuten) empfohlen. Bei kontinuierlicher Infusion gelten Werte von 15 bis 20 mg/kg KG, gefolgt von einer täglichen Erhaltungsdosis von 30 bis 40 mg/kg KG (max. 60 mg/kg KG).

Das TDM bei intermittierender Gabe wird in der Praxis nach Talspiegeln (Ziel: 15 - 20 mg/L bei Gabe alle 12 h) durchgeführt, obwohl aktuelle Leitlinien klar eine Ermittlung der AUC/MIC (mit einem Ziel von 400 to 600) empfehlen - eine AUC-Berechnung ist momentan nur in wenigen Krankenhäusern verfügbar.
Bei kontinuierlicher Infusion wird ein Spiegel von 20 bis 25 mg/L angestrebt. Eine AUC24 kann in diesem Fall durch Mutiplikation des Wertes im Steady-State mit dem Faktor 24 approximiert werden.

Zur Dosisanpassung bei intermittierender Gabe kann ein dem gemessenen Spiegel angepasstes Schema verwendet werden:
* < 10 mg/L, dann Dosiserhöhung um 50 %,
* 10 bis 15 mg/L, dann Dosiserhöhung um 25 %,
* 20 bis 25 mg/L, dann Dosis um 25 % reduzieren,
* 20 bis 30 mg/L, dann Dosisreduktion um 50 % und bei
* > 30 mg/L, bei korrekt durchgeführter Spiegelkontrolle Vancomycin pausieren, erneute Spiegelkontrolle nach 48 h und wieder ansetzen, wenn Spiegel < 15 mg/L.

Für die Ermittlung eines individuellen Zielwerts oder eine Beratung hinsichtlich Dosierung kontaktieren Sie bitte Ihr ABS-Team oder unseren diensthabenden Facharzt für Mikrobiologie.
Präanalytik Die Blutentnahme zur Bestimmung eines Spiegels sollte 24 bis 48 h nach Therapiebeginn oder einer Dosisänderung erfolgen. Der exakte Entnahmezeitpunkt sollte minutengenau auf dem Auftrag vermerkt werden.

Bei i… Mehr
Die Blutentnahme zur Bestimmung eines Spiegels sollte 24 bis 48 h nach Therapiebeginn oder einer Dosisänderung erfolgen. Der exakte Entnahmezeitpunkt sollte minutengenau auf dem Auftrag vermerkt werden.

Bei intermittierender Gabe sollte ein Talspiegel in der letzten Stunde vor Gabe der Folgedosis bestimmt werden.

Bei kontinuierlicher Gabe sollte die Spiegelbestimmung kurz vor dem Wechsel des Infusionssystems erfolgen.

Aus Gründen der Vergleichbarkeit der Messwerte macht es bei wiederholten Bestimmungen Sinn, diese möglichst zur gleichen Zeit am jeweiligen Bestimmungstag durchzuführen.

Bevorzugtes Material: Serum ohne Gel
Nachforderbarkeit 7 Tage
Methode Immunturbidimetrie, Photometrie